Freitag, 9. März 2018

Gewagt

Folgende Situation durfte ich heute miterleben: An der Aare auf meinem Spaziergang begegnete ich einem Ehepaar mit seinem kleinen Sohn er war etwa 3 Jahre alt. Der Kleine versuchte auf einen Baum zu klettern welcher vom Sturm umgekippt war. Sein strahlen auf seinem kleinen Gesicht war unbezahlbar. Die Abenteuerlust in seinen Augen strahlte nur so hervor. Endlich hatte er es geschafft und stand voller Freude oben. Seine Eltern drehten ihm den Rücken zu und hatten dies gar nicht mitbekommen, weil sie gerade mit dem jüngeren Kind beschäftigt waren. Plötzlich rief der Kleine "Papi schau mal", dieser dreht sich um und musste zuerst mal schauen wo der Junge war. Der Vater staunte nicht schlecht als er ihn sah und sagte: "jeiiii super wow" im selben Moment rief die Mutter: "komm da sofort runter, das ist gefährlich du bist viel zu klein das kannst du nicht".



Zwei total verschiedene Meinungen, der Vater fand es toll und die Mutter geriet in Panik. Der Junge stand da wie angewurzelt und wusste nicht was ihm geschah, er stand doch auf dem Baum und konnte die Balance gut halten, der Vater meinte doch super. Mami schrie immer heftiger in der Gegend rum und als sie auf ihn zu rannte, verlor er tatsächlich die Balance. Doch er fiel nicht runter, er konnte sich wieder ausbalancieren und stand wie eine Eins dort. Sein Augen fingen wieder an zu leuchten, er meinte: "Ich kann das Mami". Noch bevor er die Worte fertig gesprochen hatte, zerrte seine Mutter ihn vom Baum runter.

Klar begann der Kleine zu schreien und zu weinen. Der Vater war gar nicht einverstanden mit der Reaktion von seiner Frau und die zwei begannen zu streiten. Der kleine Junge wurde von seiner Mutter noch heftig zurecht gewiesen.

Dies ist sicher eine Situation, die wir in ähnlicher Form immer wieder sehen können. Hier wurde einem Kind kein Vertrauen geschenkt obwohl es schon bewiesen hatte, dass es die grösste Hürde schon geschafft hatte, nämlich das Raufklettern und dann noch die Balance halten. Was wohl mit dem Selbstvertrauen dieses kleinen Jungen in dem Moment passierte. Vielleicht hat er das ganz einfach weg gesteckt und probiert es bei nächster Gelegenheit wieder. Vielleicht probiert er es nicht mehr, weil er seiner Mutter keine Angst machen will. Vielleicht zweifelt er erst in ein paar Jahren an sich, wenn er immer wieder ausgebremst wird und so die berühmten Tröpfchen das Töpfen füllen. Vielleicht gibt ihm dies alles sogar noch einen Kick und wagt sich immer waghalsigere Hürden zu nehmen. Was diese Situation für den Jungen in seinem weiteren Leben für eine Auswirkung hat? Wer weiss...

Vertrauen in Menschen zu haben, die etwas noch nie getan haben, ist ein grosses Geschenk für diese, sie dabei noch positiv zu unterstützen, eine Motivation. Wie oft reagieren wir in unserem Alltag mit Misstrauen einem Menschen gegenüber, weil wir der Meinung sind, das er/sie das nicht kann oder vielleicht nicht so gut wie ich/wir?

Schenke deinen Mitmenschen dein Vertrauen und lasse sie die Erfahrung des Erfolges geniessen, so entfalten sich kreative Menschen die Initiative ergreifen. Auch wenn es daneben geht, sie haben es probiert und das zählt.

time to trust...Karin



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